Die demilitarisierte Zone Koreas (DMZ) ist eines der weltweit bekanntesten Grenzgebiete. Sie trennt seit dem Ende des Koreakrieges im Jahr 1953 Nord- und Südkorea auf einer Länge von rund 250 Kilometern und einer Breite von etwa vier Kilometern. Trotz ihres Namens zählt die DMZ zu den am stärksten militarisierten Regionen weltweit, da beide Seiten ihre Armeen entlang der Grenze stationiert haben. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf unsere Tour ab Seoul, zeige dir die wichtigsten Stationen, überraschende Eindrücke und gebe praktische Tipps für deinen eigenen Besuch in diesem einzigartigen Grenzland.
Politisch symbolisiert die DMZ bis heute die ungelöste Teilung der koreanischen Halbinsel. Gleichzeitig hat sich das Gebiet – weitgehend unberührt von menschlicher Besiedlung – zu einem einzigartigen Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten entwickelt.
Buchung
Wir haben die Tour zum DMZ einige Tage davor bei Klook gebucht. Es gibt dort folgende Angebote:
- Gruppentour DMZ
- Gruppentour DMZ mit Besuch der Majang Lake Bridge
- Gruppentour DMZ mit Besuch der Mt. Gamaksan Bridge
- Private Tour DMZ
In allen Touren ist der Besuch folgender Sehenswürdigkeiten enthalten:
- Besucherzentrum
- Imjingak Park
- Dritter Infiltrationstunnel
- Dora-Observatorium mit Sicht auf Nordkorea
Optional kann man ein Treffen mit einem nordkoreanischen Überläufer buchen und gemäss Anbieter die wahre Geschichte Nordkoreas erfahren. Diese Option kann auch kurzfristig vor Ort dazugebucht werden.
Montags wird keine DMZ-Tour angeboten. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Starbucks in der Nähe der DMZ zu besuchen. Von dort aus kann man ebenfalls auf Nordkorea blicken.
Wir haben die Tour an einem Dienstag gemacht, da dienstags viele Sehenswürdigkeiten in Seoul geschlossen haben. Weiter haben wir uns für die Variante mit dem Besuch der Mt. Gamaksan Bridge entschieden.

Tour
Am Tag vor dem geplanten Ausflug wurden wir kontaktiert und angefragt, ob wir nicht bereits um 06.10 Uhr starten würden anstelle um 07.35 Uhr, da der Touranbieter einen grossen Ansturm erwartete. Also sind wir früh aufgestanden und zum Abholort «City Hall Station» spaziert. Dort wurden wir von unserem Guide Grace in Empfang genommen. Der Bus war bereits ziemlich gut gefüllt und wir haben dann noch zweimal angehalten, um weiter Teilnehmende mitzunehmen.
Auf der Hinfahrt erläuterte uns Grace einiges zur Geschichte Koreas und zur Entstehung der DMZ. Sie zeigte uns einige Fotos und sprach offen über das Verhältnis zu Nordkorea und Japan. Nach rund 1 1/2 Stunden sind wir im Besucherzentrum angekommen.
Besucherzentrum
Im Besucherzentrum kann man die Tickets für den Zutritt zu den weiteren Sehenswürdigkeiten kaufen. Hier gilt gemäss Grace «First come, first serve». Deshalb machte sich Grace gleich nach der Ankunft um ca. 8 Uhr auf zur Kasse. Wir hatten bis halb zehn Zeit, um das Areal zu erkunden und Fotos zu machen. Diejenigen, die die Option «Treffen mit einem nordkoreanischen Überläufer» gebucht hatten, hatten nun Zeit, um diesen zu treffen. Es gab auch das Angebot, sich gegen eine Gebühr «spontan» zu entscheiden, den Überläufer zu treffen. Im Besucherzentrum stehen folgende Monumente:
- Pyeonghwauijong Peace Bell
- Imjingak War Memorial
- Mangbaedan Memorial
- Bridge of Freedom
In der Mitte des Parks hat es ein mehrgeschossiges Gebäude, von welchem man normalerweise eine schöne Aussicht über das ganze Gebiet hat. Als wir dort waren, haben wir vor allem Nebel gesehen und sonst nicht viel. Im Gebäude selbst befinden sich ein Souvenirshop, ein Kaffee, ein Kiosk sowie Sanitäranlagen.



Beim grossen Busparkplatz gibt es sogar einen kleinen Freizeitpark mit diversen kleinen Fahrgeschäften. Das Ganze wirkt etwas surreal.

Weiter besteht hier auch die Möglichkeit, mit einer Seilbahn über den Fluss zu gelangen und somit in die DMZ. Wir waren zum einen etwas spät dran für eine Fahrt und zum anderen weiss ich nicht, ob sich die Fahrt wirklich lohnt, da man im Rahmen der Tour noch deutlich näher an die Grenze gelangt. Hätte ich genügend Zeit, würde ich die Seilbahn einmal «testen», da sie aus meiner Sicht relativ günstig ist und das Besucherzentrum sonst nicht sehr viel bietet.

Dritter Infiltrationstunnel
Nach dem Besucherzentrum ging es nun in Richtung der DMZ. Beim Überqueren der Brücke wurden wir durch das Militär kontrolliert. Jeder der Passagiere musste seinen geöffneten Pass über den Kopf halten und die Soldaten überprüften diesen. Auch diese Kontrolle wirkte etwas wie von einer anderen Welt.
Dann ging es weiter zum DMZ-Zentrum. Dort besichtigten wir den dritten Infiltrationstunnel. Es handelt sich dabei um einen Angriffstunnel, welchen die Nordkoreaner gebaut und die Südkoreaner 1978 entdeckt haben. Beim Eingang gibt es einige Möglichkeiten, Wertsachen zu deponieren. Es ist nicht erlaubt, das Mobiltelefon oder Ähnliches mitzunehmen. Es gibt eine Sicherheitskontrolle, wie man sie von Flughäfen kennt. Gleich nach der Sicherheitskontrolle geht es in den Untergrund.
Ein Stollen führt in den Tunnel und zu Betonwänden, welche die Grenze zu Nordkorea markieren. In einer dieser Mauern ist ein Fenster, durch welches man auf die «andere» Seite sehen kann. Zu Beginn geht es ca. 300 Meter relativ steil hinunter. An gewissen Stellen gibt es Sitzbänke, auf welchen man sich etwas ausruhen kann. Dann führt ein Weg von nochmals zweihundert Metern zur ersten Mauer. Von dort ist man wenige Hundert Meter von Nordkorea entfernt. Der Weg ist für grössere Menschen (über 1,70 Meter) mühsam. Als wir dort waren, war der Andrang ziemlich gross und man musste teilweise in gebückter Haltung längere Zeit warten, bis sich der Stau etwas auflöste. Es ist absolut nachvollziehbar, weshalb hier Helmpflicht gilt. Es gibt grundsätzlich einen Zug, welcher in den Tunnel hinunterfährt. Dieser war jedoch zum Zeitpunkt, als wir dort waren (November 2025), nicht in Betrieb.
Auf dem Areal gibt es auch hier einiges zu fotografieren. Wie das bekannte DMZ-Symbol oder auch die Skulptur, welche Menschen darstellt, die zwei Hälften einer Kugel zusammenstossen.
Dora Observatorium
Von dem dritten Tunnel aus, ging es vorbei am alten Aussichtspunkt zum neueren Dora-Observatorium. Von dort aus blickt man direkt auf Nordkorea, auch die Stadt Kaesong ist mit blossem Auge zu erkennen. Fotos (Richtung Nordkorea) darf man hier allerdings nicht machen. Im 3. Stock gibt es diverse Aussichtsfernrohre, mit denen man noch mehr Details in Nordkorea entdecken kann.


Mittagessen
Nun ging es weiter zum Local Unification Village Restaurant. Meinem Gefühl nach machten alle Busse, welche in die DMZ fuhren oder von dort kamen, bei diesem Lokal Halt. Auf der einen Seite des Gebäudes befindet sich ein Souvenirshop, bei dem man allerlei kaufen kann. Auf der anderen Seite des Gebäudes gibt es ein grosses Buffetrestaurant. Wer Atmosphäre sucht, ist in diesem Lokal definitiv falsch, aber das koreanische Essen war sehr lecker und auch preiswert.

Mt. Gamaksan Bridge
Gestärkt ging es dann weiter zur Mt. Gamaksan Bridge. Vom Parkplatz aus führt ein kurzer Weg hinauf zur Brücke. Auf der anderen Seite der Brücke hat man die Möglichkeit, zu einem Wasserfall oder einem Aussichtspunkt zu gelangen. Aus Zeitgründen konnten wir weder den Wasserfall noch den Aussichtspunkt besuchen. Von hier aus ging es dann direkt zurück nach Seoul.


Fotografieren
Fotografieren ist auf dem Dora-Observatorium sowie im Infiltrationstunnel verboten. An allen anderen Stellen ist das Fotografieren grundsätzlich erlaubt. Es gilt auch hier, den Respekt vor den Menschen und der Kultur zu bewahren und nicht einfach unbekannte Menschen ungefragt zu fotografieren.
Tipps
Meine Tipps für einen Ausflug zur DMZ:
- Setze keine grossen Erwartungen in den Besuch
- Lass die spezielle Atmosphäre der DMZ auf dich wirken
- Informiere dich im Vorfeld über die Geschichte Südkoreas
Ich wünsche dir einen spannenden Ausflug zur DMZ.





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