Wie so oft war ich im Juli für einige Tage in der Region Locarno, um das Moon and Stars zu besuchen. Nach einigen Ausflügen in der Schweiz haben wir uns für einen Ausflug an einem Sonntag nach Domodossola entschieden.
Allgemeine Informationen
Domodossola ist eine Kleinstadt im Norden Italiens, eingebettet in die beeindruckende Bergwelt der Region Piemont. Sie liegt nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, gilt als Tor zu den Alpen und ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt zwischen Italien und der Schweiz. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Römerzeit zurück und spiegelt sich bis heute in ihren verwinkelten Gassen, den traditionsreichen Plätzen und den gut erhaltenen Bauwerken wider.
Anreise – Der Weg ist das Ziel
Von Locarno kann man entweder mit der Centovalli-Bahn fahren oder mit dem Auto. Die Fahrt mit der Centovalli-Bahn dauert rund zwei Stunden. In der Regel fährt alle zwei Stunden ein Zug von Locarno nach Domodossola und gilt als eine der schönsten Bahnstrecken zwischen der Schweiz und Italien. Um flexibel zu bleiben, haben wir uns für die Fahrt mit dem Auto nach Domodossola entschieden. Mit dem Auto dauert die Fahrt rund eine Stunde.
Die Strecke durch das Centovalli ist sehr kurvig. Auf der schweizerischen Seite sind die Strassen relativ gut und meist gibt es zwei Spuren. Kaum überquert man die Grenze an einem unbesetzten Übergang, so werden die Strassen deutlich schlechter. Selten fährt man auf Strassen, auf denen zwei Autos gut aneinander vorbeikommen. Sobald man Malesco passiert, werden die Strassen wieder deutlich besser und man fährt auf einer relativ gut ausgebauten Hauptstrasse nach Domodossola.
Re
Zwischen dem Grenzübergang und der Malesco führt die Route nach Re. Als ich den Ortsnamen sah, dachte ich, es sei schon etwas übertrieben, einen Ort als «Re» (italienisch für «König») zu bezeichnen. Zumal die Strasse ziemlich schlecht sei und die Umgebung auch nicht wirklich königlich scheine. Dann biegt man um die Kurve und auf einmal taucht das eindrückliche Sanktuarium Madonna del Sangue auf. Nun war es auch für mich klar, weshalb die Ortschaft Re heisst.

Das Sanktuarium ist von aussen sehr eindrücklich. Der Bau der heutigen Kirche wurde im Jahr 1958 vollendet und dauerte über 30 Jahre. Der Innenraum ist verglichen mit dem Äusseren der Kirche eher bescheiden und viel weniger eindrücklich.

Domodossola
Domodossola hat meines Erachtens nicht so wahnsinnig viel zu bieten. Es ist sicherlich schön, an einem Samstag den Markt zu besuchen und etwas durch die Stadt zu schlendern. Die Altstadt ist schön und lädt am Sonntag zum Schlendern ein, da man auch in den Sommermonaten mehr oder weniger allein ist.
Piazza Mercato
Am Sonntagnachmittag war der Platz beinahe menschenleer. Ein paar Touristen und Einheimische bewegten sich auf dem Platz. Der Platz wird umrandet von diversen alten, bunten Häusern und es säumen sich rundherum auch verschiedene Restaurants. Besonders lecker ist das Glace in der Gelateria Senolato.

Von der Piazza Mercato sind wir dann zur Parrocchia S. Gervaso e Protaso Collegiata, welche in unmittelbarer Nähe liegt.

Parrocchia S. Gervaso e Protaso Collegiata
In Domodossola gibt es insgesamt neun Kirchen. Wir haben die erwähnte besucht, da sie auf unserem Rundgang lag. Zurzeit wird ein Teil der Kirche renoviert und man kann nur einen Teil besichtigen. Besonders schön waren die Bodenfliesen sowie die kunstvoll gestalteten Eingangstüren. Nun ging es dann zur nahegelegenen Piazza Fontana.


Piazza Fontana
Das Highlight der Piazza Fontana ist im Sommer eindeutig der Brunnen, welcher in der Mitte des Platzes steht. Dies primär, weil daraus frisches und kaltes Wasser fliesst. Von dort ging es dann weiter Richtung Torre Medievale.
Torre Medievale
Der Torre Medievale ist ein Überbleibsel der alten Stadtmauer. Er liegt etwas ausserhalb der Altstadt. Eine Besichtigung war, als wir dort waren, nicht möglich. Ich fand den Turm nicht besonders beeindruckend. Danach ging es weiter Richtung Rathaus.

Rathaus, Piazza Rovereto und Albero della Vita
Das Rathaus ist umgeben von weiteren Regierungsgebäuden. Besonders schön sind diejenigen rund um die Pizza Rovereto. Das Highlight war für mich die riesige Zeder, die auf dem Platz steht. Es gibt keine gesicherten Angaben zum Alter oder zur genauen Herkunft des riesigen Baums. Dennoch ist er sehr beeindruckend.


Sacro Monte Domodossola
Rund zehn Minuten vom Zentrum der Altstadt entfernt liegt der Sacro Monte von Domodossola. Im Piemont und in der Lombardei gibt es insgesamt neun «Sacri Monti» (heilige Berge), die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Es handelt sich dabei um neun Anlagen, welche sich auf der Anhöhe eines Berges befinden und sich aus einer Ansammlung von Kapellen zusammensetzen.

In Domodossola sind es insgesamt 15 Kapellen sowie eine Wallfahrtskirche. Vom offiziellen Parkplatz erreicht man alle Kapellen bequem zu Fuss. Auf dem eigentlichen Hügel beim Parkplatz befinden sich acht Kapellen sowie die Wallfahrtskirche.


Ich fand den Aufstieg auf den Hügel zur Kapelle Nr. 15 und dann insbesondere die Aussicht auf Domodossola und die Umgebung sehr schön. Leider hat man aktuell keinen Zutritt zu allen Aussichtspunkten, aber dennoch lohnt sich der kurze Aufstieg.

Tipps
Meine Tipps für einen Ausflug nach Domodossola:
- Schlendere gemütlich durch die Altstadt
- Geniesse ein leckeres Gelati bei Senolato
Viel Vergnügen in Domodossola und der Umgebung.




