Autobahn bei Daejeon in Südkorea mit Wegweiser Richtung Busan und mehrspuriger Fahrbahn.

Auto fahren in Südkorea – Tipps, Navigation, Regeln & Maut

Auto fahren in Südkorea eröffnet ganz neue Freiheiten – besonders abseits der grossen Städte. Obwohl das Bahn- und Busnetz gut ausgebaut ist, lohnt sich ein Mietwagen, wenn man abgelegenere Regionen entdecken möchte. Doch wie funktioniert Autofahren in Korea wirklich? Von Navigation über Verkehrsregeln bis zu Parken und Maut teile ich meine Erfahrungen aus drei Wochen Roadtrip – kompakt, ehrlich und praxisnah.

Vorbereitung

Inhaber eines Schweizer Führausweises benötigen einen internationalen Führerausweis. Dieser kann beim kantonalen Strassenverkehrsamt bestellt werden. Der Bestellprozess kann je nach Kanton variieren. Bei der Mietstation hat unsere Autovermietung (Hertz) den nationalen Führerausweis jedoch nicht verlangt/eingefordert.

Die Übernahme des Autos verlief sehr unkompliziert. Im Aufenthaltsraum lief in Endlosschleife ein Film über das Autofahren in Korea. Es ist sinnvoll, sich diesen anzusehen, da die Verkehrsregeln in Korea etwas anders sind als in Europa.

Navigation

Unser Auto (Hyundai Santa Fe) hatte ein eingebautes Navigationssystem. Wir sind mit diesem nicht zurechtgekommen und haben uns dann relativ schnell für die Nutzung von Apple-CarPlay entschieden, da wir relativ viel Datenvolumen zur Verfügung hatten.

Google Maps

Die Google-Maps-App eignet sich für die Navigation in Südkorea nicht. Die Navigation ist auf öffentliche Verkehrsmittel beschränkt. Es war nicht möglich, mit Motorfahrzeugen zu navigieren. Ich habe die Google-Maps-App dennoch genutzt, um Sehenswürdigkeiten sowie Restaurants zu markieren.

Apple-Karten

Mit der Karten-App von Apple lässt sich grundsätzlich navigieren und man kommt auch zum Ziel. Es fehlen jedoch einige Features wie die Tempoanzeigen und -warnungen. Auch spezielle Verkehrszonen werden nicht angezeigt.

Naver Maps

Naver Maps ist die südkoreanische Variante von Google Maps und wir haben diese genutzt. Die App ist unter anderem auch in Englisch verfügbar. Man kann sich registrieren und sich somit Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Hotels und weitere Ziele speichern.

Die Vorbereitung mit Naver empfand ich als herausfordernd. Ich habe einen Zielort (in englischer Sprache) an der Ostküste eingegeben und in der App wurde ein Ort an der Westküste angezeigt.

Navigationssystem im Auto mit Routenanzeige Richtung Daejeon und Busan auf südkoreanischer Autobahn.
Navigationssystem Naver mit den farbig markierten Fahrspuren

ChatGPT

Bei der Routenplanung habe ich aufgrund meiner Erfahrungen mit NAVER auf ChatGPT gesetzt. Ich habe ChatGPT genutzt, um die Zeit von A nach B zu berechnen.

Fazit

Für die Planung der Route kann ChatGPT gut unterstützen. Für die Navigation vor Ort sollte man NAVER verwenden.

Autos

Sehr überraschend war, dass bei fast allen Autos die Scheiben dunkel getönt sind. Das war auch bei unserm Mietauto so. Die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern wird dadurch erheblich erschwert. Man sieht nicht, was der Autofahrer genau macht: Ist er fokussiert am Steuer oder lenkt ihn ein Smartphone oder ein Mitfahrer ab?

Moderner SUV auf Parkplatz in Südkorea, umgeben von Herbstbäumen und Naturkulisse.
Mietwagen Hyundai Santa Fe und abgedunkelten Scheiben

Gemäss meiner Beobachtung während der drei Wochen unseres Roadtrips gibt es primär grosse Autos, d. h. Limousinen oder SUVs, auf der Strasse. Kleinwagen sieht man auf der Strasse, sie sind jedoch in der Unterzahl.

Lastwagen auf südkoreanischer Autobahn mit auffälligem Augen-Design auf den Hecktüren.
Lastwagen mit Augen-Design (keine Seltenheit ;-))

Allgemeine Verkehrsregeln

Wie bereits erwähnt sind die Verkehrsregeln sowie die Verkehrstafeln etwas anders als in Europa. In den nachfolgenden Abschnitten gehe ich auf die aus meiner Sicht wichtigsten Abweichungen ein.

Schilder

In Korea gibt es viele ähnliche Schilder wie in Europa. Zwei Verkehrszeichen, habe ich in der Schweiz jedoch noch nicht gesehen.

Silver Zone

Neben der klassischen Schul-/Kinderzone gibt es in Südkorea auch eine sogenannte «Silver Zone». Diese Zone befindet sich in der Nähe von Altersheimen und Wohnsiedlungen für ältere Menschen. Es gilt das Gleiche wie bei den Schul-/Kinderzonen: Die Geschwindigkeit muss auf maximal 30 km/h reduziert werden.

Verkehrsschild in Südkorea mit Seniorenschutzzone und Tempolimit 30 km/h.
Schild «Silver Zone»

Gefahrenzone

In Innenstädten gibt es eine Gefahrenzone. Diese habe ich nur auf der Navigationsapp (Naver) gesehen und nicht als Schild am Strassenrand. Die Gefahrenzone befindet sich in der Regel bei Kreuzungen mit starkem Verkehr oder unübersichtlichen Situationen. Bei einer Fahrt Richtung der Kreuzung wird man durch die App gewarnt und es wird ein eigenes Warnzeichen angezeigt.

Markierung der Spuren

Ausgezeichnet und auch sehr sinnvoll fand ich die Markierung der Spuren. Bei vielen Autobahnausfahrten, -kreuzungen, Mautstellen und auch bei unübersichtlichen Kreuzungen/Abzweigungen in Innenstädten sind die einzelnen Spuren farbig markiert. Dieselbe Farbe hat die Spur auch in der Navigationsapp Naver. Bei Apple-Karten ist diese Funktion/Anzeige nicht verfügbar. 

Autobahn in Südkorea mit Wegweisern Richtung Daejeon und Busan, umgeben von Bergen und dichter Bewaldung.
Verzweigung auf einer Autobahn mit farbigen Fahrstreifen

Ich fand es sehr hilfreich, dass die Spur auch auf der Navigationsapp angezeigt wurde. Dies erleichterte die Orientierung massiv und man konnte sich fast nicht verfahren. 

Ampeln

Wie in den USA darf man an einer roten Ampel rechts abbiegen. Zu beachten gilt, dass es mit dem Linksabbiegen etwas kompliziert ist. Man darf grundsätzlich nur links abbiegen, wenn zum einen der Pfeil nach links grün ist und auch der Rest der Ampel grün ist.

Rote Ampel an Kreuzung in Südkorea mit Stadtgebäuden im Hintergrund.
Hier darf noch nicht gefahren werden
Grüne Ampel mit U-Turn-Verkehrsschild in südkoreanischer Stadt vor Hochhäusern.
Grüne Ampel – hier darf man geradeausfahren
Rote Ampel mit Linksabbieger-Pfeil und U-Turn-Schild an Kreuzung in Südkorea.
Hier darf man noch nicht nach links abbiegen
Linksabbiegen in Südkorea bei grüner Ampel mit separatem Abbiegepfeil an städtischer Kreuzung.
Hier ist nun links abbiegen erlaubt

Parken

Parken bei Sehenswürdigkeiten

Bei einigen Sehenswürdigkeiten ist es möglich, kostenlos zu parken. Bei beliebten Sehenswürdigkeiten muss man oft Parkgebühren zahlen. Es gilt zu berücksichtigen, dass bei den meisten Parkkarten-Automaten nicht bar und nicht mit einer ausländischen Kreditkarte bezahlt werden kann. Mit der T-Money-Karte kann man in der Regel die Parkgebühr bezahlen. Auch bei der Ausfahrt gibt es oft die Möglichkeit, mit der ausländischen Kreditkarte oder in bar zu bezahlen. Voraussetzung ist, dass es ein Kassenhäuschen bei der Ausfahrt gibt.

Parkhäuser in Einkaufszentren

In vielen und vor allem riesigen Einkaufszentren in Seoul oder auch Busan gibt es spezielle Systeme, um sein Auto wiederzufinden. Bei der Einfahrt ins Parkhaus wird die Autonummer gescannt, und da das ganze Parkhaus kameraüberwacht ist, kann das System genau sagen, wo sich das Auto befindet. Man kann deshalb im Einkaufszentrum zur Parkkasse gehen und am Terminal sein Auto mittels Autonummer suchen. Es wird genau angezeigt, wo das Auto steht, und das Wiederfinden ist ein Kinderspiel.

Parkhaus in Südkorea mit markierter Parkzone B2 und Parkplatznummer 15J
Nummerierter Parkplatz in einer Tiefgarage

An der Kasse kann man natürlich nicht nur das Auto suchen, sondern auch bezahlen. Hier kann mit einer ausländischen Kreditkarte bezahlt werden.

Maut

In Südkorea bezahlt man für das Benutzen von Autobahnen in der Regel eine Maut. Diese richtet sich vorwiegend nach der Länge der gefahrenen Strecke. In Innenstädten wird auch teilweise beim Befahren von Brücken eine Maut fällig. Dies führt manchmal auch zu längeren Staus.

In Südkorea gibt es den sogenannten HI-Pass. Mit dieser Karte, welche im Auto installiert ist. Die Mautstellen können ohne anhalten zu müssen passiert werden. Auch hier ist die Markierung der Strassen wieder besonders wertvoll. Man sieht auf einen Blick, wo sich die HI-Pass-Durchfahrt befindet: Sie ist blau markiert.

Traditionelles Tor auf südkoreanischer Strasse mit Geschwindigkeitsbegrenzung und moderner Verkehrsinfrastruktur.
Mautstation – links die blaue Hi-Pass-Spur

Ist man nicht im Besitz eines HI-Passes, so muss die Maut entweder in bar, mittels inländischer Kreditkarte oder T-Money-Card bezahlt werden. Ausländische Kreditkarten funktionieren leider nicht.

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