Badajoz war für mich nur eine kurze Zwischenstation auf unserem Roadtrip durch die Extremadura – und trotzdem ist mir die Stadt all die Jahre in Erinnerung geblieben. Der Besuch liegt inzwischen mehr als elf Jahre zurück, und offen gesagt sind mir seither einige Details verloren gegangen. Was mir aber geblieben ist, sind meine Fotos, und die haben mir beim Schreiben dieses Artikels nochmals einiges in Erinnerung gerufen, das ich sonst wohl vergessen hätte.
Allgemeine Informationen
Badajoz liegt im Westen der Extremadura unmittelbar am Fluss Guadiana und nur wenige Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt. Als Hauptstadt der gleichnamigen Provinz war die Stadt über Jahrhunderte hinweg ein wichtiger Handelsplatz, aber auch ein strategisch bedeutender Grenzposten zwischen Spanien und Portugal.
Die Geschichte von Badajoz ist eng mit der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel verbunden. Obwohl das Gebiet bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war, gilt das Jahr 875 als Gründungsjahr der heutigen Stadt. Die Stadt entwickelte sich zur Hauptstadt eines bedeutenden Taifa-Königreiches. Im Jahr 1230 wurde Badajoz von König Alfons IX. von León erobert und wurde Teil der christlichen Königreiche. Aufgrund der Nähe zu Portugal blieb sie auch danach häufig Schauplatz von Belagerungen und kriegerischen Auseinandersetzungen – das spürt man bis heute an den wehrhaften Bauten der Altstadt.
Sehenswürdigkeiten
Wir waren nur sehr kurz in Badajoz und hatten deshalb auch nur Zeit, um einige wenige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Montags sind zudem einige Sehenswürdigkeiten geschlossen, was die Auswahl nochmals deutlich einschränkt. Trotzdem hat die Stadt uns mit einer Mischung aus Prunkbauten, verwinkelten Gassen und ein bisschen Streetart überrascht.
Plaza de España
Gerade am Plaza de España stehen sich zwei bedeutende Bauwerke der Stadt gegenüber: die Catedral de San Juan Bautista und das Rathaus. Auf dem Platz selbst steht auch ein Denkmal, an dem man kaum vorbeikommt, umgeben von Orangenbäumen – für mich einer dieser Orte, an denen man einfach kurz stehenbleibt, bevor man weiter schlendert.
Catedral de San Juan Bautista
Der grosse Turm der Catedral de San Juan Bautista fällt schon von Weitem auf, mit seinen Zinnen wirkt er fast wie ein Wehrbau. Aber auch das Innere der Kathedrale lässt einen staunen, allen voran der Hauptaltar, der sehr reich mit Gold verziert ist. Das Museum der Kathedrale hat montags geschlossen, wir konnten es deshalb leider nicht besuchen – das würde ich bei einem zweiten Besuch definitiv nachholen.

Rathaus
Gleich gegenüber der Kathedrale befindet sich das Rathaus von Badajoz. Es sticht primär wegen seiner satten gelben Farbe mit den weissen Verzierungen ins Auge. Neben der wuchtigen Kathedrale wirkt es fast schon zierlich.

Plaza Alta
Die Plaza Alta beeindruckt mit dem Gebäude mit der auffälligen rot-weissen Fassade – ein Muster, das ich so vorher noch nirgends gesehen hatte. Die weiteren historischen Gebäude auf dem Platz werden davon etwas überstrahlt und treten deshalb in den Hintergrund, dabei sind auch die zahlreichen Arkadengänge sehr schön anzusehen und werden eher weniger beachtet. An einer Ecke des Platzes führt zudem ein überdachter Bogengang – der Arco del Peso, die frühere Waaghalle der Stadt – zwischen zwei Gebäuden hindurch. Genau solche unscheinbaren Details mag ich auf Reisen besonders.


Beim Durchsehen meiner Fotos ist mir übrigens aufgefallen, dass die Plaza Alta direkt an die Alcazaba grenzt: Auf einem meiner Bilder ragt der wuchtige, gezinnte Turm der Festungsmauer hinter den weissen Arkaden auf. Wir waren also zumindest in Sichtweite der Alcazaba, auch wenn ich mich nicht mehr erinnere, ob wir das Gelände tatsächlich betreten haben.

La Giraldilla
La Giraldilla wurde in den 1930er Jahren erreicht. Die kräftige Farbgestaltung sowie die vielen maurisch anmutenden Ornamente machen das schmale, hohcaufragende Haus in der Innenstadt zum echten Blickfang.

Puerta de Palmas
Wie der Name bereits sagt, handelt es sich beim der Puerta de Palmes um ein ehemaliges Stadttor, das früher auch als Zoll- und Steuerstelle diente. Heute steht das Tor mitten in einem Kreisverkehr, umgeben von Palmen – ein bisschen deplatziert zwischen dem Verkehr, aber deswegen nicht weniger beeindruckend.

Torre Espantaperro & Alcazabada de Badajoz
Die eigentliche Alcazaba mit dem Torre Espantaperros haben wir bei unserem Aufenthalt nicht offiziell besichtigt – ich kann mich leider nicht mehr erinnern, weshalb wir das Gelände nicht betreten haben, gesehen haben wir die Mauern und den Turm aber zumindest von der Plaza Alta aus. Würde ich noch einmal nach Badajoz reisen, würde ich mir das Innere sicher nicht entgehen lassen.
Übernachten
Wir haben im NH Hotel in Badajoz übernachtet. Das Hotel ist nahe am Fluss gelegen und die Zimmer sind sehr grosszügig. Ich fand es sehr angenehm und würde deshalb sofort wieder hier übernachten.
Tipps
Meine Tipps für einen Aufenthalt in Badajoz:
- Besuche Badajoz von Dienstag bis Samstag, dann sind die meisten Sehenswürdigkeiten geöffnet.
- Bestaune die grosse Catedral de San Juan Bautista
- Plane bewusst Zeit für die Alcazaba und den Torre Espantaperros ein – das habe ich verpasst und definitiv bereut.
Ich wünsche dir viel Spass in Badajoz und freue mich über einen Kommentar – warst du schon einmal dort, oder steht die Stadt noch auf deiner Liste?




