Luftaufnahme von Bologna mit den markanten Türmen Asinelli und Garisenda, umgeben von roten Ziegeldächern und Hügellandschaft im Hintergrund.

Bologna entdecken: Die besten Tipps für deine Städtereise

Während unserer Rundreise durch die Marken waren wir bereits einmal in Bologna. Wir sind jedoch nur eine Nacht in der Stadt geblieben. Als ich nach einer Destination für meine Prüfungsvorbereitung suchte, stand Bologna schon bald zuoberst auf meiner Liste. Da Bologna von Zürich aus ausgezeichnet mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, war bald klar, dass ich nach Bologna reisen würde.

Allgemeine Informationen

Bologna, die Hauptstadt der Emilia-Romagna, vereint Geschichte, Kultur und Lebensfreude auf unvergleichliche Weise. Die Stadt gilt als älteste Universitätsstadt Europas – ihre Hochschule wurde 1088 gegründet – und verleiht dem Ort bis heute ein junges, lebendiges Flair. Zwischen mittelalterlichen Türmen, eleganten Palazzi und kilometerlangen Arkadengängen zeigt sich Bologna als architektonisches Juwel in warmen Terrakotta-Tönen, weshalb sie oft «La Rossa» genannt wird.

Im Herzen der Stadt liegt die Piazza Maggiore mit der imposanten Basilika San Petronio, ein Treffpunkt für Einheimische und Besuchende gleichermassen. Bologna ist aber auch ein Paradies für Geniesser: Hier hat das berühmte Ragù seinen Ursprung – die echte Variante der sogenannten «Bolognese».

Weniger touristisch als andere italienische Städte, besticht Bologna durch Authentizität, Kultur und kulinarische Raffinesse – ein Ort, der sowohl zum Entdecken als auch zum Verweilen einlädt.

Sehenswürdigkeiten

Bologna hat aufgrund seiner Geschichte allerlei zu bieten. Ich habe mich primär auf die klassischen Sehenswürdigkeiten konzentriert und nicht auf die zahlreichen Museen.

Torre Asinelli und Garisenda – Due Torri

Die beiden Türme sind eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Aufgrund von Bauarbeiten sind die beiden Türme zurzeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Die beiden Türme sind dennoch ein beliebtes Fotomotiv.

Strassenszene in Bologna mit den mittelalterlichen Türmen Asinelli und Garisenda im Hintergrund und roten Stadtbussen im Vordergrund.
Due Torri

Piazza Maggiore

Wie der Name schon sagt, ist der Piazza der Hauptplatz in Bologna. Hier stehen viele wichtige Bauwerke der Stadt und es ist auch einer der Haupttreffpunkte der Stadt.

Neptunbrunnen (Fontana del Nettuno)

Der Neptunbrunnen steht mitten auf dem Platz und dieser ist sehr eindrücklich. Die Statue mit 3,2 Metern, empfinde ich als gross und eindrücklich. Der Brunnen dient vielen Einheimischen und auch Touristen als Treffpunkt, da er definitiv nicht zu übersehen ist.

Der Neptunbrunnen auf der Piazza del Nettuno in Bologna, umgeben von historischen Gebäuden bei sonnigem Wetter.
Neptunbrunnen

Rathaus

Gleich in unmittelbarer Nähe befindet sich das Rathaus. Vom Glockenturm des Rathauses hat man einen wunderschönen Ausblick über die Stadt. Hierfür muss man vorgängig ein Ticket erwerben. Im Ticket ist auch der Eintritt für die städtische Kunstsammlung enthalten. Diese hat jedoch andere Öffnungszeiten als der Glockenturm. Dies sollte man bei der Buchung beachten. Es ist aber auch möglich, an einem Tag den Glockenturm zu besuchen und am anderen die Kunstsammlung.

Man kann sich den Audioguide auf das Mobile herunterladen und erfährt einiges über den Turm und seine Geschichte. Ich fand die Informationen jedoch nicht sonderlich spannend.

Blick über die Piazza Maggiore in Bologna mit Neptunbrunnen, mittelalterlichen Türmen und historischen Gebäuden bei Abendstimmung.
Piazza Maggiore vom Glockentrum (Rathaus)

Ich war zur Zeit des Sonnenuntergangs auf dem Glockenturm, um die schöne Abendstimmung einfangen zu können. Anschliessend kann man ein leckeres Abendessen in der Trattoria da me nella torre oder in der Trattoria La Corte Galluzzi ganz in der Nähe geniessen.

Basilika San Petronio

Die Basilika wirkt wie unvollendet, und sie ist es auch. Mit dem Bau wurde im 14. Jahrhundert begonnen und es gab in den darauffolgenden Jahrhunderten einige Planänderungen. Schliesslich wurde im 16. Jahrhundert ein Teil der Fassade mit Marmor verkleidet.

Im Inneren wirkt die Basilika auf den ersten Blick eher schlicht. Doch wenn man die einzelnen Kapellen betrachtet, wird man teilweise von deren Schönheit überrascht.

Frontansicht der Basilika San Petronio in Bologna bei blauem Himmel mit Besuchern auf der Piazza Maggiore.
Basilika San Petrino

Der Eintritt in die Basilika ist kostenlos und es lohnt sich, diese zu besuchen. Zu beachten gilt, dass man angemessen gekleidet sein sollte.

Palazzo dell’archiginnasio

Der Palazzo dell’archiginnasio befindet sich etwas versteckt ganz in der Nähe des Piazza Maggiore. Besonders schön soll hier die Bibliothek sein. Während meines Aufenthaltes war sie allerdings für Touristen geschlossen. Dennoch lohnt sich der Besuch des Palazzos: Die Arkadengänge sowie die Treppen in den ersten Stock sind wunderschön gestaltet.

Historischer Innenhof des Archiginnasio in Bologna mit Uhrturm, Arkaden und Wappenverzierungen unter leicht bewölktem Himmel.
Palazzo dell’archiginnasio – Innenhof
Historischer Bogengang im Archiginnasio von Bologna mit verzierten Wappen, Fresken und kunstvollen Deckenbögen.
Palazzo dell’archiginnasio

Santo Stefano

Der Kirchen-/Klosterkomplex Santo Stefano bestand ursprünglich aus sieben Kirchen. Heute sind davon noch vier übrig. Besonders schön sind der Platz vor dem Komplex sowie die Arkadengänge (Portici) rund um den Platz. Hier lässt es sich gemütlich verweilen und einen klassischen italienischen Aperitivo geniessen.

Die Piazza Santo Stefano in Bologna mit historischen Arkaden und mittelalterlichen Gebäuden unter blauem Himmel.
Piazza Santo Stefano

Canale delle Moline

In einer unscheinbaren Wand der Via Palla befindet sich ein Fenster, von welchem man auf einen der zahlreichen Canali blicken kann. Das Fenster ist tagsüber meist offen und es bildet sich jeweils eine lange Schlange davor, sodass das Fenster leicht zu finden ist. Es wirkt ziemlich geheimnisvoll. Die Kanäle in Bologna sind natürlich nicht zu vergleichen mit denjenigen in Venedig, aber auch wunderschön.

Blick durch das Finestrella-Fenster in Bologna auf den versteckten Kanal mit bunten Häusern und Wasserlauf.
Finestrella Canali

Ganz in der Nähe der verschiedenen Kanäle befindet sich die Trattoria Montanara, in welcher man in speziellem Ambiente lecker essen kann.

Basilika San Domenico

Die Basilika San Domenico wirkt von aussen etwas unscheinbar, ist aber innen wunderschön. Auch der Kreuzgang sucht in Bologna seinesgleichen. Als ich kurz vor der Schliessung der Basilika war, hatte es fast keine anderen Besucher und ich konnte das imposante Bauwerk in aller Ruhe bestaunen.

Rückseite der Basilica di San Domenico in Bologna mit imposanter Kuppel, umgeben von Garten und Bäumen unter wolkigem Himmel.
Basilica San Domenico

Ich finde, dass diese Basilika masslos unterschätzt wird, und ich würde sofort wieder hierhin gehen. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall.

San Michele in Bosco

Die Kirche San Michele liegt auf einem Hügel in Bologna und von dort aus hat man eine wunderschöne Aussicht, auf die Stadt. Ganz praktisch ist, dass ein verhältnismässig kleiner Bus direkt von der Stazione Centrale zur Kirche fährt. Zu beachten gilt, dass der Bus am späteren Abend nicht mehr fährt. Selbstverständlich kann man auch hochspazieren. Der Weg durch den Park zurück in die Stadt kann einfach zurückgelegt werden und dauert ca. 20 Minuten.

Aussicht auf Bologna bei klarem Himmel mit den markanten mittelalterlichen Türmen und den terrakottafarbenen Dächern der Altstadt.
Aussicht von San Michele in Bosco

Besonders schön soll die Aussicht auf die Stadt am Abend sein, wenn die Sonne untergeht. Als ich am Sonntagabend dort war, war es leider etwas dunstig und die Sicht auf die Stadt war etwas eingetrübt. Zu diesem Zeitpunkt gab es viele Touristen und einige einheimische Jugendliche, welche auf den Sonnenuntergang warteten.

Panorama von Bologna bei Sonnenuntergang mit Blick auf die mittelalterlichen Türme und die Dächer der Altstadt, umgeben von grünen Hügeln.
Aussicht von San Michele in Bosco am Abend

Man kann etwas zum Essen wie ein Panini von Pan8, mitnehmen und auf der Mauer rund um die Kirche das Mitgebrachte essen, während man auf den Sonnenuntergang wartet.

Torre Prendiparte (Sky Experience)

Der Torre Prendiparte ist einer der wenigen, die man im Stadtzentrum im Rahmen einer Führung besuchen kann. Von der Aussichtsplattform, welche sich auf 60 Metern befindet, sieht man über die ganze Stadt, und die Aussicht vom Torre Prendiparte ist eine der schönsten in Bologna.

Man kann die Aussichtsplattform im 12. Stock nur zu Fuss erklimmen. Im 4. Stock haben wir eine Pause gemacht, in welcher der Guide uns Details zur Geschichte des Turms erläuterte: Der Turm wurde früher auch einmal als Gefängnis genutzt und man sieht noch teilweise Kritzeleien an den Wänden aus dieser Zeit. Ein Teil des Turms wurde zeitweise als Bed & Breakfast genutzt. Nach der kurzen Pause ging es dann weiter in den 12. Stock, von wo man eine tolle Aussicht auf die Stadt hat.

Panorama von Bologna mit Blick auf mittelalterliche Türme, historische Dächer und grüne Hügel im Hintergrund bei weichem Nachmittagslicht.
Aussicht vom Torre Prendiparte

Ein Besuch ist jeweils nur sonntags und nur mit einer entsprechenden Reservation/Führung möglich. Die Führungen finden sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr (jede Stunde) statt. Die Tickets müssen vorgängig auf der Website gekauft werden.

Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen Turm zu besuchen, da man eine schöne Aussicht hat und nah bei der Stadt ist.

I Portici

In Bologna gibt es fast 40 Kilometer Arkadengänge (sogenannte Portici). Die Portici zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe und geben der Stadt aus meiner Sicht einen besonderen Charme.

Spaziergänger im Portico di San Luca in Bologna, dem längsten Arkadengang der Welt, bei strahlendem Sonnenschein.
Portici San Luca

Von der Stadt führt ein rund 4 Kilometer langer Weg durch 666 Arkadenbögen bis zum Santuario di Madonna di San Luca. Der Aufstieg kann zu Fuss gemacht werden und dauert ca. 40 Minuten. Einige Italiener nutzen die Strecke für ihr Work-out und sind deutlich schneller. Alternativ zum Aufstieg zu Fuss kann man den Touristenzug, welcher von der Piazza Maggiore direkt nach San Luca fährt, nehmen. Dieser benötigt circa 15 Minuten von der Piazza Maggiore zum Santuario di Madonna di San Luca.

Santuario di Madonna di San Luca

Das Santuario di Madonna di San Luca ist eine Pilgerstätte. Es beherbergt eine Madonna mit Kind, welche der Apostel Lukas angefertigt haben soll und die aus der Hagia Sophia im heutigen Istanbul entwendet wurde.

Fassade der Wallfahrtskirche Santuario di San Luca in Bologna mit gepflegtem Garten und blühenden Rosen an einem sonnigen Tag.
Santuario di San Luca

Es besteht die Möglichkeit, den Turm von San Luca zu besteigen. Rund 100 Stufen führen auf den Turm. Oben auf der Plattform angelangt, sieht man Bologna in der Ferne. Meiner Meinung nach gibt es auf dem Arkadenweg nach oben viele schöne Punkte, an welchen man Fotos machen kann, bei welchen man die Stadt deutlich besser sieht.

Weitblick von der Kuppel des Santuario di San Luca über die Dächer Bolognas und die grünen Hügel der Emilia-Romagna bei klarem Himmel.
Aussicht vom Turm des Santuario di San Luca

Wanderung vom Santuario di Madonna di San Luca

Ich habe nach dem Aufstieg zur San Luca noch eine Wanderung gemacht. Auf der Wanderung war ich mehr oder weniger allein. Die Route ist nicht optimal bezeichnet und es hilft, wenn man eine Wander-Navigations-App wie Komoot nutzt. Nachfolgend die Route, welche ich gemacht habe.

Das Santuario della Madonna di San Luca thront auf einem bewaldeten Hügel über Bologna unter strahlend blauem Himmel.
Santuario della Madonna di San Luca
Routen Beschrieb Wanderung
Route Wanderung San Luca

Essen

Bologna wird nicht umsonst «La Grossa» (die Fette) genannt. Das Angebot an gutem Essen ist riesig. Ich habe deshalb das Thema Essen in separaten Blogartikeln beschrieben:

Übernachten

Ich habe zuerst in einem Appartement im historischen Zentrum übernachtet. Das einzig Tolle war die Lage. Die Dusche hatte Schimmelbefall und es roch teilweise fürchterlich. Ab dem dritten Tag hatte ich nur noch kaltes Wasser. Ich habe mich deshalb spontan entschieden, die Unterkunft zu wechseln.

Der Wechsel in das Mercure Hotel beim Bahnhof war die richtige Entscheidung. Das Hotel liegt zwar nicht zentral, aber das meiste kann man gut zu Fuss erreichen. Ich hatte ein renoviertes Superior-Zimmer gebucht (315) und es war grosszügig, sauber und das Fenster ging zum Innenhof und folglich war es auch sehr ruhig. Hier würde ich jederzeit wieder übernachten.

Tipps

Meine Tipps für eine Reise nach Bologna:

  • Bewundere Bologna von oben: Torre Prendiparte (Sky Experience) und/oder Rathaus
  • Fahre oder spaziere gegen Abend zum San Michele in Bosco
  • Geniesse das leckere Essen in Bologna

Ich wünsche dir viel Spass in Bologna und freue mich über einen Kommentar.

1 Kommentar zu «Bologna entdecken: Die besten Tipps für deine Städtereise»

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