Essen in Hamburg ist weit mehr als nur Fischbrötchen und Franzbrötchen – auch wenn diese beiden Klassiker natürlich auf keiner kulinarischen Entdeckungsreise durch die Hansestadt fehlen dürfen. Während meines Aufenthalts habe ich mich quer durch Hamburg gegessen: vom frisch zubereiteten Backfischbrötchen am Fischmarkt über das zimtige Süssgebäck bis zu modernen Restaurants wie der Bullerei von Tim Mälzer. Auch gemütliche Cafés in der Speicherstadt und überraschende Orte wie das Café im Hamburger Bunker durften nicht fehlen.
In diesem Beitrag teile ich meine persönlichen Empfehlungen für die besten Fischbrötchen, sehenswerte Restaurants und stimmungsvolle Cafés. So findest du heraus, wo du in Hamburg lecker essen kannst – egal ob Frühstück, Mittagessen oder Abendessen.
Franzbrötchen
Franzbrötchen gehören zur Esskultur Hamburgs und Hamburg Tourismus hat eine Liste mit Orten, an denen man leckere Franzbrötchen bekommt, publiziert. Wir hatten kaum Gelegenheit, Franzbrötchen zu essen, obwohl man sie an fast jeder Ecke kaufen kann. Bei Franzbrötchen handelt es sich um ein Süssgebäck mit viel Zimt. Ich finde es sehr lecker und ich habe von folgenden Bäckereien Franzbrötchen gegessen:
- Steinofenbäcker (verkauft sie frisch am Fischmarkt)
- Café Gaues’tiös: lecker in einer anderen Form, ähnlich wie ein klassisches Croissant.
Wer selbst Franzbrötchen backen möchte, findet auf der Seite von Hamburg Tourismus ein entsprechendes Rezept.
Fischbrötchen
Fischbrötchen gibt es in Hamburg jede Menge und der Hamburger kann wohl ohne seine Fischbrötchen nicht leben. Deswegen haben wir das ein oder andere Fischbrötchen gegessen. Nachfolgend die Beurteilung der einzelnen Möglichkeiten.
Fischmarkt
Mein erstes Fischbrötchen, eines mit Backfisch, habe ich am Fischmarkt bei Eggers gegessen. Die Fischbrötchen werden hier jeweils frisch zubereitet und die Brötchen in der Auslage sind eher Dekoration. Das Brötchen wurde frisch vor unseren Augen zubereitet und wir konnten die Sauce und die Beilagen auswählen. Wenn man sich für «nur» Zwiebeln entscheidet, sollte man darauf achten, dass man eine Menge wie «ein wenig» angibt, ansonsten bekommt man ganz viele Zwiebeln, was aber auch sehr lecker war.

Aufgrund der frischen und individuellen Zubereitung erreicht Eggers auf dem Fischmarkt den 2. Platz in meinem Fischbrötchen-Ranking.
Fischbrötchen König
Direkt an der Landungsbrücke 6 in St. Pauli befindet sich der Fischbrötchen König. Es gibt hier einen Imbiss sowie ein Restaurant mit Sitzmöglichkeiten. Wir haben uns für den Take-away entschieden und das Fischbrötchen auf einer Bank auf der Landungsbrücke mit Blick auf die Elbe gegessen.

Beim Fischkönig gibt es Backfisch ohne Schnickschnack: frisch zubereitet und «nur» mit Remoulade, d. h. kein Salatblatt oder Ähnliches. Es war sehr lecker und dafür erhält der Fischbrötchen König den 3. Platz.
Brücke 10
Auch auf den Landungsbrücken befindet sich die Brücke 10. Hier hat man ebenfalls die Wahl zwischen Take-away oder einem Sitzplatz im Aussen- oder Innenbereich. Der Innenbereich ist im maritimen Stil gestaltet und wirkt authentisch. Leider gibt es hier alle Fischbrötchen nur kalt, d. h., auch das Backfischbrötchen wird kalt serviert.

Gemäss verschiedenen Quellen soll es hier die besten Fischbrötchen geben. Dies mag vielleicht für die kalten Fischbrötchen gelten, aber ganz bestimmt nicht für den Backfisch. Deshalb landet die Brücke 10 bei meinem Ranking auf dem 4. Platz.

Kleine Haie, grosse Fische
Die besten Backfischbrötchen gibt es meiner Ansicht nach im «Kleine Haie, grosse Fische». Das Lokal liegt in der Nähe der Reeperbahn. Hier bestellt man das Essen an der Theke, nimmt sein Getränk aus dem Kühlschrank und bezahlt an der Theke. Die Fischbrötchen werden hier alle frisch zubereitet und es dauert eine Weile, bis man das Fischbrötchen abholen kann. Das Warten darauf lohnt sich auf jeden Fall.


Die «Backfisch-Elphi» und das Lachsbrötchen waren ausgezeichnet und deshalb ist für mich das Lokal ganz klar auf Platz 1.
Restaurants
Wie in allen Grossstädten gibt es auch in Hamburg zahlreiche Restaurants. Ich habe mich mehr oder weniger spontan für die nachfolgenden entschieden.
Bullerei – Tim Mälzer
Den Starkoch Tim Mälzer kennt man entweder aus seinen Anfängen (Schmeckt nicht, gibt’s nicht) oder mit dem aktuellen TV-Format «Kitchen Impossible». Ich bin Fan des Formats und immer wieder erstaunt, was Tim und seine Gäste zaubern. Es war für mich deshalb klar, dass ich gerne in sein Restaurant Bullerei essen gehen möchte.

Wir haben rund einen Monat vor dem Besuch einen Tisch in der Bullerei reserviert. Als Vorspeise haben Fisch sowie Schinken Volcano gegessen und es war lecker. Beim Hauptgang vermochte primär das Cordon-bleu vom Iberico zu überzeugen. Es war ausgesprochen lecker. Auch das Hühnerfrikassee mit Erbsen und Spargeln war sehr lecker. Den krönenden Abschluss des Essens bildete die Schokoladenschnitte. Danach gab es noch ein Kaffee und ein Eierlikörchen.


Das Personal war grundsätzlich freundlich, wirkte zeitweise aber etwas gestresst. Die Atmosphäre in der Bullerei fand ich toll. Die Sitzplätze waren grosszügig und bequem. Die Hintergrundmusik (Rock- und Alternativmusik) war für ein Restaurant eher speziell, aber mir hat sie eher gut gefallen und ich würde sofort wieder hier essen gehen.
Cantinetta – Ristorante und Bar
Das «Cantinetta» ist das Restaurant des Hotels Ameron, in welchem wir übernachtet haben. Am ersten Abend in Hamburg haben wir uns spontan entschieden, hier zu essen. Im Frühling gab es zusätzlich zur normalen Karte noch eine saisonale Spargelkarte. Zu Beginn wurde frische, hausgemachte Focaccia mit Auberginen- und Tomatenaufstrich serviert. Ich fand es nicht so besonders toll. Als Vorspeise habe ich mich für die Spargelsuppe mit Croûtons und Kräuteröl entschieden. Diese war sehr lecker. Als Hauptspeise hatte ich da Pilzrisotto mit einer Hähnchenbrust. Auch diese war lecker und das Pilzrisotto beinhaltete sehr viele verschiedene frische Pilze, was mir besonders gut geschmeckt hat. Das Personal war freundlich und zuvorkommend. Ich würde grundsätzlich wieder hierhin essen gehen.


Schönes Hamburg
Das Restaurant «Schönes Hamburg» befindet sich in einem alten Gebäude der Speicherstadt. Das Ambiente hat mir sehr gut gefallen. Hier gibt es primär Hamburger Klassiker, aber es hat auch einige internationale Gerichte auf der Karte.
Ich habe hier Hamburger Pannfisch gegessen. Es handelt sich dabei um ein typisches Gericht der Hamburger Küche. Es besteht aus Fischstücken und gebratenen Kartoffeln sowie einer Senfsauce. Das Essen war lecker und ich würde zum einen wieder Pannfisch essen und zum anderen auch wieder in diesem Restaurant essen gehen.

Cafés
In Hamburg gibt es zahlreiche Cafés. Wir haben uns deshalb entschieden, im Hotel kein Frühstück zu buchen, sondern in Cafés in der Speicherstadt zu frühstücken. Unser erstes Frühstück in Hamburg war dasjenige am Fischmarkt am Sonntagmorgen. Dort gab es zuerst Franzbrötchen und später natürlich noch ein Fischbrötchen.
Café Hafenliebe
Ich bin zufällig auf das Café Hafenliebe gestossen, da es sich in unmittelbarer Nähe unseres Hotels lag. Das Kaffee gehört zu einer kleinen Kette von Cafés und Eiscafés in Hamburg.

Es war wirklich toll. Als wir zum ersten Mal dort waren, gab es zum Frühstück einen Bagel mit Lachs und eine Stulle mit Landbrot und Rührei. Es war sehr lecker und deshalb sind wir am Freitagmorgen nochmals dort frühstücken gegangen. Beim zweiten Besuch haben wir das Hafenliebe-Combo (eine halbe Stulle nach Wahl, ein Rührei, ein Joghurt mit Früchten und Granola sowie frische Waffeln mit Puderzucker) gegessen und die Portion war so riesig, dass es locker für zwei Personen ausgereicht hätte. Die Stulle mit Lachs «Gina» war ebenfalls sehr lecker. Aufgrund der Gäste war der Service am Freitagmorgen etwas überfordert und wir mussten eine halbe Stunde auf unser Frühstück warten. Beim ersten Besuch war das ganz anders und wir wurden ziemlich zügig bedient. Ich würde sofort hier frühstücken gehen.


Klein und Kaiserlich
Auf der Suche nach einem Frühstückslokal bin ich auf das Café Klein und Kaiserlich im österreichischen Stil gestossen. Das Lokal ist klein und nett eingerichtet. Die Wände sind in grün gehalten und selbstverständlich dürfen ein Bild von Kaiser Franz und eines von Sissi nicht fehlen.

Es gibt eine grosse Auswahl an lecker aussehenden Kuchen, welche in einer Vitrine ausgestellt sind, und auf der Karte findet man die österreichischen Klassiker wie Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel. Natürlich gibt es hier auch die «österreichischen Kaffees» wie Melange, Brauner und vieles mehr. Der Apfelstrudel sowie der Milchkaffee waren lecker.

Das Personal wirkte etwas zur Mittagszeit überfordert, war aber stets freundlich. Gefrühstückt habe ich in diesem Lokal nicht, obwohl ich es geplant hatte, da es irgendwie nicht zum Tagesplan passte.
Gaues’tiös
Auch das Gaues’tiös lag ganz in der Nähe des Hotels. Hier haben wir uns für ein Franzbrötchen entschieden. Das Franzbrötchen sah eher aus wie ein klassisches Croissant und nicht wie ein Franzbrötchen. Es war aber sehr lecker. Es gibt auch hier ein umfangreiches Frühstücksangebot. Das Franzbrötchen war gut und ich würde wieder hier essen, genauer gesagt frühstücken gehen. Beim nächsten Mal würde ich wohl etwas aus dem Frühstücksangebot wählen.

Little Tina
Im Little Tina waren wir nur ganz kurz, um einen Kaffee zu trinken. Ich würde das Café als hip bezeichnen. Das Thema Blumen und insbesondere Blüten steht hier im Vordergrund. Alle Speisen und Getränke werden mit Blüten verziert und die Dekoration im Café ist auch auf Blumen ausgerichtet.

Hier kann man nur etwas von der Frühstückskarte, d. h. nur ein grosses Frühstück, wählen und im Café konsumieren. Die lecker aussehenden Sandwiches gibt es leider nur zum Mitnehmen. Besonders interessant fand ich die vielen verschiedenen Heissgetränke, die man hier bestellen kann.

Constant Grind
Im Hamburger Bunker auf St. Pauli liegt das Café Constant Grind. Es handelt sich um ein Selbstbedienungscafé. Hier gibt es neben einem wunderbaren Ausblick auch leckeren Kuchen und Kaffee. Der Apfelkuchen ist sehr empfehlenswert.


Tipps
Meine Tipps für Hamburg bezüglich Essen:
- Geniesse dein Frühstück in einem der zahlreichen Cafés.
- Iss mindestens einmal Franzbrötchen.
- Die Fischbrötchen von «Kleine Haie, grosse Fische» sind sehr lecker und diejenigen von «Eggers» auf dem Fischmarkt ebenso. Koste eines der beiden oder natürlich auch beide. 🙂
Geniesse die Zeit in der Fisch- und Franzbrötchen-Stadt.




