Gyeongju ist die ehemalige Hauptstadt des Silla-Reichs. Sie begeistert mit ihren imposanten Königsgräbern und einer einzigartigen Atmosphäre, die Geschichte lebendig werden lässt. Während unserer dreiwöchigen Rundreise durch Südkorea machten wir hier Halt, um die berühmten Grabhügel und weitere Sehenswürdigkeiten zu entdecken. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Highlights sich lohnen, und geben praktische Tipps für deinen Besuch.
Allgemeine Informationen
Gyeongju zählt zu den geschichtsträchtigsten Städten Südkoreas und wird oft als «Museum ohne Mauern» beschrieben. Fast tausend Jahre lang war sie die Hauptstadt des Silla-Reichs, das grosse Teile der koreanischen Halbinsel prägte. Dieses aussergewöhnliche Erbe ist bis heute sichtbar und verleiht der Stadt eine besondere Atmosphäre, in der Vergangenheit und Gegenwart nahtlos ineinander übergehen.
Sehenswürdigkeiten
Aufgrund seiner Geschichte ist Gyeongju wie ein riesiges Open-Air-Museum. Es wird oft empfohlen, sich mit dem Fahrrad fortzubewegen. Ich fand es einfacher, die verschiedenen Grabstätten zu Fuss zu besuchen, da das Fahrrad nicht überall benutzt werden darf. Es gibt zahlreiche Grabhügel. Wir haben nicht alle besucht, sondern die unten erwähnten.

Daereungwon-Park
Wir haben diesen Park mit 23 Gräben besichtigt. Die Grabanlage ist die grösste des Königreichs Silla. Gleich beim Eingang zum Park befindet sich beim See ein Doppelhügelgrab (Hwangnam Daechong), welches 23 Meter hoch ist. Es ist damit das höchste Grab in Gyeongju. In diesen sollen der König Soji und seine Frau begraben sein.

Ein Grabhügel wurde für Besucher zugänglich gemacht und zeigt im Inneren verschiedene Ausstellungsstücke dieser Zeit.
Cheonmachong
Das Cheonmachong ist eines der bekanntesten Gräber und kann besichtigt werden. Es gehört seit 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Inneren des Grabes sind Kopien der Gegenstände, welche dort gefunden worden sind, ausgestellt. Die Originale befinden sich im nahegelegenen Nationalmuseum. Dennoch ist es eindrücklich zu sehen, wie das Grab ursprünglich ausgesehen haben könnte.

Wolseong-Park
Dieser Park liegt gleich gegenüber vom Daereungwon-Park. Er ist deutlich grösser und man hat von dem Hügel aus einen wunderschönen Blick über die beiden Pärke.

Cheomseongdae-Observatorium
Das Cheomseongdae-Observatorium befindet sich gleich beim Eingang zum Wolseong-Park. Das rund 9 Meter hohe Observatorium wurde vor circa 1’400 Jahren erbaut. Es gilt als ältestes Observatorium in Ostasien und besteht aus 366 Steinen, was einem Schaltjahr entspricht. Weiter wurde das quadratische Steinfundament aus zwölf grossen Steinen – für jeden Monat einen – erbaut.

Meines Erachtens ist der Turm deutlich eindrücklicher, wenn man die erwähnten Fakten kennt. Ansonsten wirkt das Observatorium eher unscheinbar und klein.
Ausgrabungsstätte
Vom Wolseong-Park sind wir Richtung Gyeongju National Museum spaziert. Wer den Umweg über den Hügel nimmt, hat einen schönen Blick über die beschriebenen Parks und kommt an einer Ausgrabungsstätte vorbei, wo fleissig gearbeitet wird.

Gyeongju National Museum
Das Gyeongju National Museum liegt in unmittelbarer Nähe des Wolseong-Parks. Es beherbergt eine grosse Anzahl verschiedener Gegenstände aus der Silla-Zeit. Das Museum ist schön, modern und offen gestaltet. Als wir dort waren, war das Museum relativ gut besucht, und wir sind deshalb nicht sehr lange dort geblieben.
Ein kostenloser Besuch des Museums gibt einen guten Einblick in die Silla-Zeit von Gyeongju.
Woljeonggyo-Brücke
Auch die Woljeonggyo-Brücke ist sehr beeindruckend. Man kann den Fluss etwas unterhalb der Brücke auf einem Weg aus Steinen im Wasser überqueren. Diese eignen sich auch perfekt, um Fotos von der Brücke zu schiessen. Das Ganze ist bei Nacht noch etwas herausfordernder als am Tage. 🙂 Der Aufwand hat sich aus meiner Sicht gelohnt.

Essen
Wir wollten an diesem historischen Ort auch typisch koreanisch essen. Nach etwas Suchen sind wir schliesslich im «A 300 years restaurant of Gyochon» gelandet. Das Essen (Bibimbap) war gut, aber wir waren hier in einem typischen Touristenlokal, denn es hatte keine Einheimischen und alle haben ausgezeichnet Englisch gesprochen. Ich würde hier grundsätzlich wieder essen gehen, aber es wäre nicht unbedingt meine erste Wahl.

Übernachten
In Gyeongju haben wir in einem ehemaligen Herrenhaus traditionell koreanisch übernachtet. D. h., man schläft auf einer sehr dünnen Matratze, ca. 3 bis 5 cm dick, direkt auf dem Boden. Fazit: Das habe ich gleich dreimal gemacht, das erste, das einzige und das letzte Mal. Es war sehr unbequem und ich habe kaum geschlafen. Gemäss einer zuverlässigen Quelle schlafen heute viele Koreaner in Betten, wie sie in westlichen Industrieländern verbreitet sind.

Tipps
Meine Tipps für einen Aufenthalt in Gyeongju:
- Besuche das Cheonmachong
- Die Woljeonggyo-Brücke ist bei Tag und Nacht wunderschön
Ich wünsche dir viel Spass in Gyeongju und freue mich über einen Kommentar.




