Scharf, fermentiert und unglaublich vielfältig: Die koreanische Küche überrascht mit intensiven Aromen und spannenden Kombinationen. Von Kimchi über Bibimbap bis Korean BBQ – wer sich in Südkorea kulinarisch einlässt, entdeckt weit mehr als nur Reis und Chili.
Allgemeine Informationen
Die Hauptzutat für viele Gerichte ist, wie in vielen asiatischen Ländern, Reis. Es wird ein kurzer Rundkornreis zum Kochen verwendet. Es gibt aber auch ganz viel anderes leckeres Essen. Gegessen wird normalerweise mit Stäbchen. Diese sind, im Gegensatz zu den japanischen, meist aus Metall.
In der koreanischen Küche wird oft alles zusammen serviert, d.h. es gibt keine eigentlichen Vorspeisen, sondern dafür einige Beilagen, die eigentlich immer zusammen mit dem Essen, also dem Hauptgang, serviert werden.
Frühstück
In Südkorea, gibt es wie in vielen asiatischen Ländern grundsätzlich, warmes Essen wie Suppe oder Reis zum Frühstück. Die Hotels bieten meistens auch ein (kleines) kontinentales Frühstück an.
In einigen Cafés haben wir gepresste Croissants entdeckt. Es gibt sie mit oder ohne Schokolade. Das Gefühl, in ein luftiges, leckeres Croissant zu beissen, geht natürlich ganz verloren.

Hauptgerichte
Bibimbap
Dieses Gericht kannte ich bereits aus koreanischen Lokalen in der Schweiz. Es handelt sich dabei vereinfacht gesagt um Reis mit landestypischen Gemüsen und je nach Präferenz Fleisch oder Tofu. Beim Dotslot Bibimbap handelt es sich um eine spezielle Form des Bibimbap: Das Gericht wird in einem heissen Steintopf serviert. Man muss dann das Gemüse sowie das rohe Ei mit dem Reis mischen und es entsteht ein leckerer Reiseintopf.
Die Heimatstadt des Bibimbap ist Jeonju. Dort habe ich einen Dotslot Bibimbap gegessen und in Gyeongju einen klassischen Bibimbap.
Bulgogi
Bulgogi haben wir einmal als klassisches Gericht, d. h. gebratenes Rindfleisch, mit Kräutern und Zwiebeln, gegessen. Dieses Gericht ist meines Erachtens eines der wenigen, welches nicht scharf ist. Ich mag Bulgogi sehr gerne.

Ein anderes Mal assen wir Bulgogi-Eintopf. Der Eintopf wurde in einem grossen Topf serviert und auf einem Brenner im Tisch warmgehalten, genauer gesagt weitergekocht. Auch den Eintopf fand ich sehr lecker.

Bulgogi habe ich seit der Reise nach Korea bereits einmal selbst gekocht und die Reste vom Weihnachtsessen (Fleisch vom Fondue Chinoise) verwertet. Das Rezept habe ich dem Kochbuch «Koreanisch kochen» von Jil Jung (einer koreanischen Foodbloggerin) entnommen. Das verwendete Fleisch war zwar etwas dicker, aber dennoch fand ich das Gericht lecker.
Korean BBQ
Koreanisches BBQ unterscheidet sich massgeblich vom klassischen europäischen oder amerikanischen. Das Fleisch wird indoor auf einem Tischgrill, welcher in der Regel mit Kohle und Gas, betrieben wird, zubereitet. Auch hier werden natürlich die klassischen Beilagen wie Kimchi dazu serviert. Weiter Salatblätter und in der Regel Seitan dazu.
Das Fleischstück wird zuerst am Stück gebraten und dann mit einer Schere in kleine Stücke geschnitten. Das Stück Fleisch wird anschliessend in Saucen, Pasten oder Salz getunkt werden und dann mit anderen Beilagen in ein Salatblatt oder den Seitan gelegt und dann gegessen werden.

In den meisten Restaurants wird das Anbraten und Schneiden des Fleisches vom Restaurantpersonal übernommen. Wir sind «leider» einmal in einem All-you-can-eat-Restaurant gelandet, wo die Atmosphäre sowie das Essen eher unterdurchschnittlich waren. Dort durften, genauer gesagt mussten wir das Fleisch selbst schneiden.
Jjajangmyeon
Dieses Gericht wurde uns von einem Restaurantmitarbeiter in Busan empfohlen. Wir haben den Entscheid, dieser Empfehlung zu folgen, nicht bereut. Bei Jjajangmyeon handelt es sich um ein Nudelgericht, welches mit einer Bohnenpaste und Gemüse zubereitet wird. Es sieht tatsächlich etwas speziell aus, ist aber sehr lecker.

Die Nudeln werden auch als Trauernudeln bezeichnet. Wer am 14. Februar (Valentinstag) und am 14. März (White Day – ostasiatischer Valentinstag) leer ausgeht, isst am 14. April «Jjajangmyeon» zum Trost.
Sweet and Sour
Auch in Korea ist «Sweet and Sour» ein klassisches Gericht. Neben dem frittierten Schweinefleisch werden Süsskartoffeln frittiert und ebenfalls in der süsssauren Sauce serviert. Das Gericht erinnert sehr an das chinesische Sweet and Sour. Auch dieses Gericht haben wir an verschiedenen Orten gegessen und es war lecker.


Buchimgae
Bei Buchimgae handelt es sich um den Oberbegriff für koreanische Pfannkuchen. Diese werden oft mit unterschiedlichen Gemüsen zubereitet. Die wohl bekannteste Variante ist diejenige, welche mit Weisskohl und Ei zubereitet wird. Buchimgae wird auch auf Märkten oft als Streetfood angeboten, da er einfach gegessen und serviert werden kann.

K-Dog (koreanisches Fast Food)
Natürlich gibt es in Korea auch die bekannten Fast-Food-Ketten ausländischer Anbieter. Aber in Korea gibt es auch einige landestypische Fast-Food-Ketten. Wir beim Seoul Tower in einem Korean Diner, «Durumi Bunsik». Hier gibt es unter anderem Ramyeon, Kimbap, Korean Fried Chicken, Tteokbokki sowie K-Dog.

Wir haben uns für einen K-Dogs mit Reis entschieden. Bei K-Dogs handelt es sich entweder um eine kleine Wurst (ähnlich wie Wienerli oder Frankfurter), welche unter einer dicken Teighülle versteckt und paniert ist. Bei der vegetarischen Variante wird meist mit einem Mozzarella-Stick gearbeitet.
Der süsse Teig um das Würstchen ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber ganz okay. K-Dogs kann man oft auch als Streetfood kaufen.

Beilagen
In Südkorea werden zum Essen in der Regel mindestens die drei folgenden Speisen serviert:
- Kimchi
- Eingelegter Rettich
- Etwas anderes Eingelegtes, das variiert je nach Lokal
Kimchi
Der Klassiker der koreanischen Küche ist Kimchi. Es wird grundsätzlich zu jedem Gericht serviert. Kimchi wird auch in der Schweiz immer beliebter und man kann es ganz einfach im Supermarkt kaufen. Auch in Korea gibt es in jedem Supermarkt Kimchi.
Das (Familien-)Rezept von Kimchi wird von Generation zu Generation weitergegeben. Es gibt also nicht DAS eine Kimchi, sondern x Varianten davon. Die Hauptzutat des klassischen Kimchis ist Chinakohl. Dazu kommen Chilis in irgendeiner Form und dann je nach Rezept ganz unterschiedlich weitere Zutaten.
Neben dem klassischen Kimchi gibt es auch Kimchi mit anderem Gemüse als Chinakohl, wie Gurken oder Rettich.
Eingelegter Rettich
Zum Essen gibt es oft auch eingelegten Rettich. Hier sind die Variationen aus meiner Sicht noch vielfältiger als beim Kimchi. Manchmal ist der Rettich einfach weiss, dann gelb oder auch rot. Der Geschmack ist auch entsprechend unterschiedlich.
Süsses
In Südkorea gibt es allerlei Süsses zu essen und hier ist der Name auch Programm. Ich mag Süsses sehr gerne, aber in Südkorea war mir dann vieles doch zu süss, sodass ich relativ wenig Süsses gegessen habe.
Ich hatte auch das Gefühl, dass Süssgetränke wie Eistee massiv süsser sind als in der Schweiz bzw. Europa. Ob dem wirklich so ist, kann ich nicht abschliessend beurteilen.
Fazit
Ich finde die koreanische Küche sehr lecker und vielfältig, obwohl ich nur einen kleinen Teil der Küche gegessen habe. Natürlich kann man sich in Korea auch überwiegend amerikanisch und europäisch verpflegen. Das wäre aber viel zu schade, da es viele tolle Gerichte zu entdecken gibt. Ich werde sicherlich auch in der Schweiz öfter koreanisch essen gehen. Wie bereits beschrieben, habe ich auch schon einmal koreanisch gekocht und werde dies gelegentlich machen.
Iss so viele verschiedene Gerichte wie möglich. In Südkorea gibt es so vieles tolles und leckeres Essen.
Restaurants in Zürich
Wenn du in Zürich einmal koreanisch essen möchtest, dann besuche eines der folgenden Lokale:
- Imonè, Uetlibergstrasse 38, Zürich
- Haru BBQ, Niederdorf, Zürich
- De Koreaner 59, Lochergut, Zürich
- Miss Miu (ursprünglich Korea-Fusion, heute Panasian-Food), diverse Standorte
Ich kann primär die ersten drei Lokale sehr empfehlen. Welches Lokal kennst du und würdest du empfehlen?




