Weite Küstenlandschaft mit Wattflächen und kleinen Inseln bei Ebbe in Südkorea.

Suncheon: Naturparadies in Südkorea 🌾

Zwischen weiten Schilflandschaften, kunstvoll angelegten Gärten und überraschend viel Ruhe zeigt sich Suncheon von seiner ganz besonderen Seite. Die Stadt im Süden Südkoreas ist ein echtes Paradies für Naturfans und alle, die das Land abseits der grossen Metropolen erleben möchten. Ob beim Spaziergang durch den prachtvollen National Garden oder beim Sonnenaufgang in den stillen Wetlands – Suncheon verbindet eindrückliche Landschaften mit nachhaltiger Stadtentwicklung und schafft so ein Reiseerlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.

Allgemeine Informationen

Suncheon liegt im Südwesten Südkoreas in der Provinz Jeollanam-do und hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als besonders «grüne» Stadt gemacht. Am bekanntesten ist die Stadt für die Suncheon Bay Wetland, ein weitläufiges Mündungsgebiet mit Schilfgürteln, Salzwiesen und Wattflächen, das sich mit Ebbe und Flut ständig verändert.

Aus dem Impuls, Naturerlebnis und Stadtraum klug zu verbinden, entstand rund um die Gartenexpo 2013 auch der Suncheon Bay National Garden. Der National Garden ist eine grosszügig angelegte Park- und Gartenwelt, die Erholung, Gestaltung und Umweltbildung zusammenbringt und zeigt, wie konsequent Suncheon seine ökologische Identität pflegt. Wer Suncheon besucht, erlebt damit eine ungewöhnlich stimmige Mischung aus Natur, sorgfältig inszenierter Gartenlandschaft und historischem Hintergrund – eine Kombination, die die Stadt besonders für Reisende attraktiv macht, die Südkorea abseits der grossen Metropolen entdecken möchten.

National Garden

Wie erwähnt ist Suncheon bekannt für den nationalen Garten, welcher seit 1992 besteht. Als wir am Sonntagabend dort waren, war der Besucherandrang überschaubar.

Flamingos im flachen Wasser eines Sees bei warmem Abendlicht
Flamingos – National Garden

Gerade beim Eingang befindet sich ein kleiner Teich mit einigen Flamingos. Von dort aus geht es weiter zu dem grossen, wunderschön gestalteten Garten. Anfang November blühten dort noch viele Pflanzen und es war sehr bunt. Am Ende dieses Gartens befindet sich eine Aussichtsplattform, von welcher man einen guten Ausblick auf diesen Teil des Gartens hat.

Bunter Blumenpark in Seoul mit gepflegten Beeten und Skyline im Hintergrund.
Grosser Bereich beim Eingang in den Garten

Im National Garden kann man folgende Gärten aus folgenden Ländern bestaunen:

  • Spanien
  • Mexiko
  • Korea
  • China
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Niederlanden
  • Amerika
  • Italien
  • England
  • Japan
  • Thailand

Neben den speziellen Ländergärten hat es auch noch spezielle Themengärten:

  • Memorial Garden
  • Traumgarten (Kinderspielplatz)
  • Rosengarten
  • Sky Garden
  • Urban Forest
  • Lake Garden
  • Garten der medizinischen Pflanzen
  • Steingarten

Man kann im National Garden wohl einen ganzen Tag verbringen. Wir waren jedoch ein paar Stunden dort und haben nur einen Bruchteil des Gartens besichtigt. Mir hat der koreanische Garten sehr gut gefallen.

Traditionelle koreanische Architektur durch rundes Tor mit Bergblick
Blick auf den koreanischen Teil und die Stadt – National Garden
Hügelgarten mit kunstvoll geschnittenen Hecken und Aussichtspunkt im Park in Südkorea.
Hügel im National Garden

Skycube

Von dem National Garden fährt eine Bahn zu den Wetlands. Die Fahrt mit der Skycube, welche aussehen wie kleine Kapseln und wie in Korea typisch sehr bunt gestaltet sind. Die Fahrt mit dem Skycube ist nicht im Eintritt enthalten und muss separat bezahlt werden (KRW 8’000), Stand November 2025). Im Gegensatz zur Bahn auf den Bibongsan wurden die Skycubes «vollgestopft», d. h. jeder Wagen wurde mit der Maximalzahl von Personen besetzt. Von der Endhaltestelle fährt ein Bus ins Zentrum der Wettlands. Es handelt sich um eine Hochbahn, welche ziemlich zügig unterwegs ist (40 km/h).

Wetlands

Auf Holzstegen und Aussichtspunkten erlebt man diese Landschaft ganz nah, ohne sie zu stören: Vogelrufe, das Rascheln des Schilfs und das Licht, das sich über dem Wasser bricht, schaffen eine Atmosphäre, die überraschend ruhig wirkt, auch wenn viele Besuchende unterwegs sind.

Die Wetlands wollten wir wie erwähnt am Sonntagabend besuchen. Aufgrund des grossen Besucheransturms haben wir den Besuch auf den Tag danach verschoben. Am Montagmorgen waren wir pünktlich zur Öffnung des Parks dort und waren fast alleine. 

Holzsteg durch goldenes Schilfgebiet in herbstlicher Natur
Morgenstimmung in den Wetlands

Unser Ziel war der Aussichtspunkt Yongsan Observatory. Der Spaziergang bis zum Aussichtspunkt am Ende des Berges dauerte rund 90 Minuten, wobei wir gemütlich unterwegs waren. Zu Beginn ist der Anstieg ziemlich steil. Danach geht es mehr oder weniger geradeaus. Grundsätzlich kann man den Spaziergang zum Aussichtspunkt auch mit Sneakers machen. Vor allem um den Aufstieg, welcher auch bei trockenem Wetter noch etwas rutschig sein kann, lohnt es sich, Trekkingschuhe oder ähnliche Schuhe mit Profil anzuziehen. 

Am Ende des Hügels befindet sich der Aussichtspunkt und es befindet sich dort ein Aussichtsgebäude mit insgesamt drei Stockwerken. Man kommt oben an und die beiden darunter liegenden Ebenen können mittels Treppe erreicht werden. Auf jedem Stockwerk stehen kostenlose Fernrohre zur Verfügung. 

Küstenlandschaft mit Watt und Bergen unter blauem Himmel in Südkorea
Blcik auf die Bucht vom Aussichtspunkt

Vom Aussichtspunkt sieht man zum einen über fast den gesamten Park und zum anderen über einen grossen Teil des Wetlands, in welchem sich auch zahlreiche Vogelschwärme versammeln. Besonders schön sind die East Asian Seepweed (Salzpflanze), welche ihre Farbe im Lauf des Jahres siebenmal ändern. Als wir Anfang November dort waren, waren die Pflanzen rosa.

Als wir um ca. 09.30 Uhr vom Aussichtspunkt zum Schilfgebiet zurückgekehrt sind, hatte es deutlich mehr Besucher als davor. Auch die Busse mit vielen asiatischen Touristen hatten die Wetlands bereits erreicht, sodass das zuvor ruhige Schilfgebiet ziemlich gut besucht war. 

Holzweg durch weites Schilffeld mit Bergen im Hintergrund
Holzsteg in den Wetlands

Übernachten

Gemäss unserem Reiseführer sollte man bei der Hotelwahl die Augen offenhalten, da sich manch ein Hotel auf einmal zu einem Stundenhotel verwandelt.

Wir haben im Vorfeld bewusst ein Hotel ausserhalb von Suncheon gewählt. Als wir dort angekommen sind, war alles etwas «speziell». Es gab keine Rezeption und kein Hotelpersonal vor Ort. Handwerker mussten uns den Eingang zum Hotel zeigen. Mittels der uns zugeteilten Zimmernummer fanden wir dann schliesslich unser Zimmer, welches offenstand und mit einem programmierbaren Zahlenschloss verschlossen war. Das Zimmer war grundsätzlich sauber, aber die ganze Situation war etwas ungeheuerlich.

Wir haben dann spontan ein Hotelzimmer, einer Kette, die wir bereits kannten, in der Stadt gebucht. Das Hotel wirkte auf den ersten Blick ganz okay. Auf den zweiten Blick, genauer gesagt im Nachhinein betrachtet, war es nicht ganz so klar, da sich ganz in der Nähe das ein oder andere Etablissement befand.

Fazit: Augen auf bei der Hotelwahl macht sicherlich Sinn und spontane Buchungen sind nicht immer die besten.

Tipps

Meine Tipps für einen Aufenthalt in Suncheon:

  • Geh möglichst früh zu den Wetlands, um den grossen Besucheransturm zu umgehen.
  • Plane den Besuch für die Wetlands, wenn möglich, nicht an einem Sonntag.
  • Besuche auch den National Garden und plane dafür genügend Zeit ein.

Viel Vergnügen in der schönen Natur im Süden Koreas.

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