Traditioneller koreanischer Pavillon in Suwon, Südkorea

Suwon: UNESCO-Festung nahe Seoul

Suwon war die letzte Station unserer dreiwöchigen Rundreise durch Südkorea, bevor es zurück nach Seoul ging. Es war ein ruhiger und historischer Abschluss. Besonders die als UNESCO-Weltkulturerbe bekannte Festung und die begehbare Stadtmauer machen die Stadt zu einem idealen Tagesausflug oder kurzen Stopp vor der Rückkehr in die Hauptstadt.

Allgemeine Informationen

Suwon liegt südlich von Seoul und verbindet auf eindrucksvolle Weise königliche Geschichte mit dem Rhythmus einer modernen Grossstadt. Als Hauptstadt der Provinz Gyeonggi-do nimmt Suwon eine wichtige administrative und wirtschaftliche Rolle ein, wirkt dabei jedoch deutlich überschaubarer und ruhiger als die nahe Megametropole.

Das prägende Wahrzeichen Suwons ist die imposante Festungsanlage aus dem späten 18. Jahrhundert, die die Stadt auf mehreren Kilometern umschliesst. Sie gilt als Meisterwerk koreanischer Militärarchitektur und vereint traditionelle Baukunst mit damals innovativen technischen Elementen.

Heute hat Suwon rund 1,2 Mio. Einwohner und das Unternehmen Samsung ist prägend für die Stadt. In Suwon steht nämlich das grosse Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens.

Sehenswürdigkeiten

Suwon wurde von der UNESCO im Jahr 1997 in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Die Sehenswürdigkeiten sind primär die beiden nachfolgenden historischen Stätten.

Festung Hwaseong Haenggug

1789 liess König Jeongjo das Grab seines Vaters nach Suwon verlegen und am Fuss des Paldalsan (Hügel) eine neue Stadt anlegen. In ihrem Zentrum entstand ein temporärer Königspalast (Haengggung). Er diente als Sitz der lokalen Verwaltung und zugleich als königliche Residenz bei Aufenthalten des Hofes ausserhalb der Hauptstadt. Unter den in der Joseon-Zeit (1392–1910) errichteten Haenggung-Anlagen war die in Hwaseong die grösste. Ab 1905 wurden die Gebäude beispielsweise als Schule oder Krankenhaus genutzt.

Eingangspavillon der Hwaseong-Festung in Suwon mit kunstvoll gestaltetem Dach.
Eingangstor Festung Hwaseong Haenggug

Der temporäre Palast wurde während der japanischen Kolonialzeit zwischen 1910 und 1945 fast vollständig zerstört. Erst im Jahr 1989 wurde die Festung schrittweise wieder aufgebaut und schliesslich 2023 vollendet.

Historisches Hauptgebäude der Hwaseong-Festung in Suwon umgeben von herbstlicher Landschaft.
Hauptgebäude Hwaseong- Festung

Es ist beeindruckend, in oder besser gesagt bei den wiederaufgebauten Gebäuden zu stehen. Die meisten Gebäude sind für Besucher nicht zugänglich. Ich gehe davon aus, dass aufgrund der Zerstörung das Innere der Gebäude nicht so wiederhergestellt werden konnte, wie es ursprünglich war, und deshalb die Gebäude geschlossen sind. In einem Gebäude gibt es eine kleine Ausstellung, welche die Geschichte und die Entwicklung der Festung erzählt.

Königlicher Thronsaal in der Hwaseong-Festung Suwon mit reich verziertem Holzinterieur
Thronsaal in der Hwaseong-Festung

Festungsmauer

Die gut erhaltene Festungsmauer kann man auf einem Spaziergang erkunden. Neben der Festungsmauer sind auch die verschiedenen Tore und Wachtürme Höhepunkte des Spaziergangs. Von der Stadtmauer aus sieht man in die moderne Stadt. Besonders auffällig sind die Kirche von Suwon sowie auch die Skyline des modernen Suwon.

Spaziergang auf der Festungsmauer der Hwaseong in Suwon mit Besuchern und Stadtpanorama.
Weg entlang der Festungsmauer
Aussicht auf die Festungsmauer von Suwon mit Pavillon und moderner Skyline im Hintergrund.
Festungsmauer von Suwon und moderne Skyline im Hintergrund
Festungsturm der Hwaseong in Suwon mit Stadtblick und blauem Himmel
Festungsturm der Hwaseong
Historisches Tor der Hwaseong-Festung in Suwon mit traditioneller koreanischer Architektur.
Tor auf der Festungsmauer

Wir sind beim Südtor gestartet, haben dann beim Nordtor eine kurze Kaffeepause eingelegt, bevor es dann hoch zum Paldal-Hügel ging. Die Aussicht von dort ist auch wunderschön, man sieht auf die historische Stadt sowie den neuen Teil von Suwon.

Panorama über Suwon in Südkorea mit moderner Skyline und Blick vom bewaldeten Hügel.
Aussicht vom Paldalsan

Essen

Da wir spätabends in Suwon angekommen sind, haben wir keinen grossen Aufwand betrieben, um ein Restaurant zu suchen. So sind wir dann bei Nammuntongdak gelandet. Hier gibt es Korean Chicken und das Lokal wird überwiegend von jungen Menschen besucht. Der Chef des Lokals hat uns dann die Variante des Chicken «half/half» empfohlen und wir sind dieser Empfehlung gefolgt. Es war lecker und ich würde wieder hier essen gehen. Wichtig zu wissen ist, dass man nur ein Menü bestellen sollte, denn die Portionen sind riesig. Für uns war es rätselhaft, wie drei junge, schlanke Koreanerinnen zwei solcher Riesenportionen gegessen haben.

Die Kommunikation war etwas schwierig, da der Chef primär Koreanisch sprach und wir Englisch. Aber es war auf jeden Fall sehr amüsant. Er erzählte und gestikulierte, um zu erzählen, dass er bereits einmal in der Schweiz gewesen sei. Die beiden Wörter, welche er neben seinen Handbewegungen verwendete, waren «Train» und «Mountain». Womit dann das Klischee wieder erfüllt wurde. 🙂

Übernachten

Wir haben im Ramada Plaza übernachtet. Die Zimmer sind gross und sauber. Das Frühstücksbuffet fand ich nicht wirklich überzeugend.

Das Hotel liegt etwas ausserhalb des Stadtzentrums. Da wir gegen Abend aus dem Süden von ausserhalb mit dem Auto angereist sind, war die Lage perfekt. Am nächsten Morgen fuhren wir von dort aus zur Festung und es gab wenig Verkehr.

Wären wir nicht auf der Rückreise nach Seoul gewesen, so hätte ich wahrscheinlich nicht in Suwon übernachtet, sondern einen Tagesausflug von Seoul aus gemacht.

Tipps

Meine Tipps für einen Ausflug nach Suwon:

  • Besichtige die Stadtmauer auf einem Spaziergang.
  • Suwon lässt sich gut an einem Tag von Seoul aus erkunden.

Viel Vergnügen in der historischen Stadt vor den Toren Seouls.

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